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Warum im Südharz?
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Vorraussetzungen
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Vorraussetzungen
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Biosphärenreservate werden anhand des Vorkommens bestimmter Ökosystemkomplexe,
d.h. von Lebensräumen und ihrer Tier- und Pflanzenwelt ausgewählt.
Dabei wird das Ziel verfolgt, daß die verschiedenen Landschaftsräume
innerhalb des weltweiten Schutzgebietsnetzes jeweils durch ein Biosphärenreservat
repräsentiert werden. In Deutschland gibt es bereits 14 dieser Gebiete.
Darunter sind z.B. das Biosphärenreservat Berchtesgaden (das einen
Teil der nördlichen Kalkalpen umfaßt), das Biosphärenreservat Flußlandschaft
Elbe (das eine große mitteleuropäische Stromaue schützt) und das
Biosphärenreservat Rhön, das vor allem aufgrund seiner großflächigen,
artenreichen Grünlandflächen auf kalkarmen Gesteinen ausgewählt
wurde.
An die Schaffung weiterer Biosphärenreservate in Deutschland werden
bestimmte Bedingungen geknüpft. Ein wichtiges Auswahlkriterium besagt,
dass jedes neue Biosphärenreservat Ökosystemkomplexe aufweisen muss,
die von den bereits bestehenden Biosphärenreservaten in Deutschland
bislang nicht ausreichend repräsentiert werden.
Im Südharz sind dies vor allem die Trocken- und Steppenrasen des
subkontinentalen Klimabereiches, verschiedene Typen von Halbtrockenrasen,
"Kalk-Buchenwälder" des Mittelgebirgsraumes und großflächige Streuobstwiesen.
Darüber hinaus gibt es im Südharz eine in Europa einmalige Karstlandschaft.
Nur hier ist großflächig oberflächlich anstehender Gips (Sulfatgestein)
unter humiden Klimabedingungen vorhanden.
Prägende Elemente dieser Landschaft sind Karsterscheinungen, wie
z.B. bizarre, weiße Felsen und Steilwände, Höhlen, Karstquellen,
Bachschwinden und zahllose Dolinen und Erdfälle, die durch Lösungsprozesse
in den anstehenden Gesteinen Gips und Kalk entstehen. Diese Karsterscheinungen
können nur im Südharz großflächig geschützt werden.
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Die Ortschaft Ührde bei Osterode / Nds.
Kulturlandschaft bei Großleinungen, Sachsen-Anhalt
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Die konkrete Situation
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Der Südharz konnte aufgrund seiner zahlreichen Erdfälle, Felsen und
Höhlen bis in jüngste Zeit nur extensiv bewirtschaftet werden.
So sind im Südharz in großem Umfang naturnahe Wälder, blütenreiche
Magerrasen, bizarre Felsklippen und -abhänge und grüne Talauen erhalten
geblieben.
Die so bis heute erhaltene Naturnähe und Struktur des Südharzes bieten
günstige Chancen das weltweite Ziel einer ökonomisch und ökologisch
umweltgerechter Entwicklung dauerhaft zu erreichen.
Derzeit drohen jedoch großflächige Bodenabbauten und die Aufgabe extensiver
Wirtschaftsweisen diese Grundlagen zu zerstören.
Die besondere geologische Situation macht die Landschaft für den Tourismus
außerordentlich attraktiv, erfordert jedoch eine sensible ökonomische
Nutzung der Landschaft. Als Grenzertragsstandorte für Land- und Forstwirtschaft
wurde hier großteils eine extensive Nutzung durch den Menschen betrieben.
Diese begrenzte Nutzung kommt auch der Reinhaltung des Trinkwassers
zugute, da relativ geringfügige Schadstoffeinträge großräumige Trinkwasser-belastungen
hervorrufen können.
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Von Schafen beweidete Kulturlandschaft auf der
"Kreuzstiege" bei Osterode / Nds.
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Abgrenzung
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Als Biosphärenreservat wurden das südliche und südwestliche Harzvorland
und die Abhänge der südlichen Harzseite vorgeschlagen. Die Abgrenzung
orientiert sich im wesentlichen am naturräumlichen Zusammenhang:
Den Kernbereich des geplanten Biosphärenreservates nimmt die Gipskarstlandschaft
ein. Diese bildete sich aufgrund der Löslichkeit der Gesteine Gips
und Kalk / Dolomit, die aus der geologischen Epoche des Zechsteins
stammen. Insgesamt erstreckt sich dieser sog. "Zechsteingürtel" von
Badenhausen bei Osterode in Niedersachsen bis nach Pölsfeld in Sachsen-Anhalt
durch das gesamte südliche Harzvorland.
Auf der Nordseite dieses über 100 km langen Streifens wurde die Südabdachung
des Harzes als Wassereinzugsgebiet einiger Bäche, die die Karstlandschaft
durchschneiden, teilweise ins geplante Biosphärenreservat miteinbezogen.
Auf der Südseite wurden Teile der angrenzenden "Buntsandsteinlandschaft"
eingeschlossen, in denen ebenfalls Karsterscheinungen zu finden sind.
Es handelt sich hier um sogenannten Tiefenkarst. Die hier nur tief
liegenden Gipsschichten werden durch Lösungsprozesse zu Hohlraumsystemen
verwandelt, die bei ihrem Zusammenbruch bis an die Oberfläche durchschlagen,
wo sie sogenannte "Erdfälle" bilden. Die an der Oberfläche liegenden
Gesteine des Buntsandsteins selbst sind nicht löslich.
Das Kyffhäusergebirge, das gleichsam eine kleine Wiederholung der
naturräumlichen Situation des Südharzes darstellt, wird nach dem Vorschlag
aus der sogenannten "Südharz-Studie" nicht ins geplante Biosphärenreservat
einbezogen. Der Kyffhäuser wird als Naturpark "ostdeutscher Prägung"
als ausreichend geschützt angesehen.
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Kulturlandschaft in der Rüdigsdorfer Schweiz,
Thüringen
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Einschränkungen
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Die Planungshoheit ist das Recht der Gemeinden, im Rahmen geltender
Gesetze über die Nutzungszuweisung von Flächen zu entscheiden, insbesondere
durch Bebauungs- oder Flächennutzungspläne. Dieses Recht ist den Gemeinden
durch Artikel 28 des Grundgesetzes als Grundrecht garantiert und kann
ihnen durch ein Biosphärenreservat nicht genommen werden.
In Natur- oder Landschaftsschutzgebieten ist die Planungshoheit allerdings
eingeschränkt. Die entsprechenden Schutzgebietes-verordnungen bestehen
aber unabhängig von der Einrichtung des Biosphärenreservates und wurden
zum Teil schon vor vielen Jahren erlassen.
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© Text und Fotos: Stephan Röhl / GFB e.V.
2003 / Kontakt
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