| Der
noch weitgehend unbekannte Südharz birgt mit seinen vielfältigen
Karsterscheinungen und den kleinräumig wechselnden Nutzungen eine
Landschaft von besonderem Reiz. Das enge Nebeneinander von Lebensräumen
hat einen außergewöhnlichen Reichtum an Tier- und Pflanzenarten
hervorgebracht.
Götz Ellwanger und
Stephan Röhl sind Mitarbeiter der Gesellschaft zur Förderung
des Biosphärenreservates Südharz e.V. (GFB), die sich durch intensive
Öffentlichkeitsarbeit, Beratung und Initiierung von Modellprojekten
für die Schaffung eines Biosphärenreservates im Südharz
einsetzt. |
er
eine Reise in den Harz plant, denkt dabei meist an die - um einen lokalen
Ausdruck zu benutzen - dunklen "Tannen"- Wälder, an ausgedehnte Moore,
die tief eingeschnittenen Täler von Oker, Sieber und Bode, Hexen,
Walpurgisnacht und die beiden Harzer Nationalparke mit dem Brocken. Nur
die wenigsten Besucher des Harzes wissen etwas von der Schönheit
und Einzigartigkeit des Südharzes, obwohl ein großer Teil der
Harzbesucher auf seiner An- und Abreise durch diese Regionfährt.
Ganz anders als im eigentlichen Harz finden wir hier eine von mehreren
kleinen Höhenzügen gegliederte, hügelige Landschaft. Naturnahe
Laubwälder, verschiedenste Grünlandtypen und Äcker wechseln
kleinräumig miteinander ab. |
Das
eigentlich Prägende dieser Landschaft nehmen wir aber meist erst
auf den zweiten Blick wahr. Wer eine Wanderung durch den Südharz
unternimmt, wird auf bizarre, weiße Felsen, glasklareQuellen, buchstäblich
im Boden versinkende oder in Spalten verschwindende Bäche und immer
wieder trichterförmige Vertiefungen stoßen. Die Rede ist von
den diese Landschaft prägenden Karsterscheinungen. Diese entstehen
durch Lösungsprozesse in den anstehenden Gesteinen. Den Kern des
Südharzes bildet geologisch der Zechsteingürtel, der sich als
schmales, aber über 100 Kilometer langes Band entlang des südlichen
Harzrandes erstreckt. In einer Ausdehnung wie nirgendwo sonst in Mitteleuropa
ist hier Gips- und Anhydritgestein zu finden. |